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Brockhaus
Name a Amalgama
ID b brhe•e01•r02•v01•b•A•Amalgama
Category c entry
Attributes
PageID w pag0041
Text α

Conversations-Lexikon (1. Aufl.), 2. Ausgabe, Erster Band A—E (1809), S. 41.

Das Amalgama, ein von den ehemahligen Alchymisten erfundenes und noch heut zu Tage gebräuchliches Wort, welches eine Masse anzeigt, worin Quecksilber mit einem andern Metall verbunden ist. Man sagt daher: Gold-Amalgama, Silber-Amalgama. Das Quecksilber vereinigt sich leicht mit dem Gold und Silber; man hat daher schon seit 1566 das Quecksilber in dem Spanischen Amerika angewendet, um das Gold und Silber dadurch aus den Erzen zu scheiden. Herr von Born hat unter Kaiser Joseph dem zweiten die Gewinnung des Goldes und Silbers vermittelst der Amalgamation (der Verquickung, Einwirkung des Quecksilbers in ein anderes Metall, wodurch ein Amalgama entsteht) in allen kaiserl. königl. Staaten mit vieler Ersparniß eingeführt, und mehrere Bergwerke sind seinem Beispiele gefolgt. Sich amalgamiren, sich mit dem Quecksilber verbinden. Gold und Silber amalgamiren sich, Eisen läßt sich nicht mit dem Quecksilber verbinden.
Merkwürdig ist die figürliche Bedeutung dieser Wörter, in welcher sich die neueste Französische Sprache derselben von jeder genauen Verbindung bedient. z. B. lʼAmalgame de deux peuples, das Amalgama (die genaue Verbindung) zweier Völker; die Volkspartei hat sich mit der Opposition amalgamirt; ferner, physisch und moralisch verschiedene Völker amalgamiren. Wieland hat dieses Wort in diesem Sinne unlängst auch in die Deusche Sprache aufgenommen.
TextLink β Conversations-Lexikon, Band 1 (1809), Amalgama
Scan γ Conversations-Lexikon, Band 1 (1809), Seite 41
Relatives
Wikipedia E de: Amalgam | de: Ignaz von Born | de: Christoph Martin Wieland

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