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Brockhaus
Name a Brennbare Luft
ID b brhe•e01•r02•v01•b•B•Brennbare_Luft
Category c entry
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PageID w pag0177
Text α

Conversations-Lexikon (1. Aufl.), 2. Ausgabe, Erster Band A—E (1809), S. 177.

Die brennbare Luft, eine Art von Luft, deren besondere Eigenschaften darin bestehen, daß sie mit einem Lichte angezündet werden kann, und dann mit einer blauen Flamme fortbrennt, daß sie mit atmosphärischer Luft vermischt und angezündet einen heftigen Knall verursacht, und daß sie für sich allein eingeathmet tödtlich ist. Sie findet sich nicht nur in der Natur, sondern kann auch durch die Kunst nachgemacht werden. In den Gruben der Bergwerke ist sie unter dem Namen Schwaden häufig enthalten. Wenn man in einem Moraste oder einem [177]still stehenden Wasser mit einem Stocke wühlt, so steigen Blasen auf, die mit brennbarer Luft angefüllt sind, welche sich entzünden läßt. Die Blähungen, denen man den Ausgang verstattet, sind ebenfalls brennbare Luft, wie man sich davon leicht durch die blaue Flamme überzeugen kann, mit welcher sie brennen, wenn man ihnen ein Licht vorhält. Durch die Kunst kann sie auf vielerlei Art erhalten werden; gewöhnlich wird sie aus den Metallen während ihrer Auflösung in Vitriolsäure entwickelt. Um sie aufzufangen gehört eine besondere Geräthschaft dazu, deren Beschreibung hier zu weitläufig sein würde; doch kann sich ein jeder selbige leicht auf folgende Art verschaffen: Man schüttet in eine gemeine grüne Bouteille ungefähr 3 Loth Eisenfeilspäne, gießet eine zuvor gemachte Mischung von 1 Loth Vitriolöhl und 6 Loth Wasser darüber, und hält die Oeffnung eine Minute lang mit dem Daumen zu. Wenn man alsdann beim Wegziehen des Daumens ein Licht an die Oeffnung hält, so entstehet eine blaue Flamme an derselben, die, indem sie sich in die Bouteille ziehet, einen heftigen Knall hervorbringt. Man kann diesen Versuch mehrere Mahle hinter einander wiederhohlen. Will man diese Luft aufheben, so befestiget man an die Oeffnung einer Kalbs- oder Schweinsblase ein Röhrchen oder einen Federkiel, steckt diesen durch einen Korkstöpsel, und verstopft mit diesem die Bouteille; die Blase muß zuvor angefeuchtet und zusammen gedrückt worden sein, damit sie keine Luft enthalte. So wie die brennbare Luft in der Bouteille sich aus den oben angezeigten Materien entwickelt, steigt sie in die Blase, die dadurch nach und nach ausgedehnt wird, worauf man die Oeffnung der Blase fest zubindet und sie abnimmt. – Die brennbare Luft ist leichter als die atmosphärische; man braucht sie daher zum Füllen der Luftballons, welche ihrer Leichtigkeit wegen durch die atmosphärische Luft empor steigen. Weil aber die Materie, in welche die brennbare Luft bei den Luftballons eingeschlossen ist, schwerer ist als die atmosphärische, so müssen die Luftballons sehr groß sein, damit die Menge der in ihnen enthaltenen brennbaren Luft die Schwere ihres Gehäuses übertrage. Will man jedoch Luftballons im Kleinen machen, so muß die Materie, in welche die brennbare Luft eingeschlossen werden soll, so leicht sein daß ihre Schwere die Schwere der atmosphärischen Luft nicht sehr übersteige. Das leichteste, was man [178]in dieser Absicht ausfindig gemacht hat, ist die Haut, in welcher bei den Schafen die Jungen eingeschlossen sind, wenn sie gehörig zubereitet worden ist.
TextLink β Conversations-Lexikon, Band 1 (1809), Brennbare Luft
Scan γ Conversations-Lexikon, Band 1 (1809), Seite 177
Relatives
Wikipedia E de: Wasserstoff | de: Methan

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