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Brockhaus
Name a Cadenz
ID b brhe•e01•r02•v01•b•C•Cadenz
Category c entry
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PageID w pag0194
Text α

Conversations-Lexikon (1. Aufl.), 2. Ausgabe, Erster Band A—E (1809), S. 194.

Die Cadenz, (Cadence, Cadenza) heißt in der Musik derjenige Fall, wodurch in einem Satze entweder der völlige Schluß oder nur eine kurze Ruhestelle, ein Einschnitt oder Abschnitt, bestimmt wird. In dieser Bedeutung ist die harmonische und melodische Cadenz zu unterscheiden: die harmonische Cadenz findet Statt, wenn man in der Harmonie nach einer Reihe zusammen hängender Accorde auf dem letzten derselben ohne fernere Erwartung stehen bleiben, oder wenigstens doch eine Zeit lang ruhen kann (daher auch jene völlige Cadenzen, diese aber halbe genannt werden); die melodische Cadenz, wenn der Fall in einem Satze durch einzelne Stimmen bewirkt wird.

Am meisten ist jedoch unter dem Namen Cadenz dasjenige bekannt, was auch figurirte Cadenz genannt wird; wenn nehmlich vor dem Hauptschlusse eines Vocal- oder [194]Instrumentalstückes (als bei Arien, Concerten etc.) eine Note über ihre eigentliche Geltung ausgehalten wird, da denn nach einem kurzen Stillstande derjenige, welcher die Hauptstimme hat, unter dem Stillschweigen der andern durch allerhand willkührliche Passagen, oder durch Ausführung einiger Hauptgedanken des Stücks, die Fertigkeit auf seinem Instrumente oder in der Stimme zu zeigen pflegt, und mit einem Triller wieder in den Hauptton des Stücks einfällt. Das Zeichen, wodurch diese Cadenz angegeben wird, ist ein über die zu haltende Note gesetzter Punkt mit einem darüber befindlichen Bogen. ¤fontsize18HTML▹𝄐¤fontsize18HTML◃

TextLink β Conversations-Lexikon, Band 1 (1809), Cadenz
Scan γ Conversations-Lexikon, Band 1 (1809), Seite 194
Relatives
Wikipedia E de: Kadenz (Harmonielehre)

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