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Brockhaus
Name a Adam
ID b brhe•e15•r01•v01•b•A•Adam•A
Category c entry
Attributes
PageID w pag093
Text α

Der Große Brockhaus (15. Aufl.), Originalausgabe, Erster Band A—Ast (1928), S. 93.

Adam [hebr. [*Hebräische Sprache*] ʻder Mensch’] und Eva, nach dem 1. Buch Moses das ersten Menschenpaar und die Stammeltern des ganzen Menschengeschlechts [*Geschlecht|1*]. Nach der älteren jahwistischen [*Jahvist*] Darstellung (1. Mos. 2, 4b ff.; → Pentateuch) ist zunächst A. allein geschaffen und als Wächter in den Garten Eden [*Eden•A*] gesetzt, in dessen Mitte die Bäume des »Lebens« und der »Erkenntnis [*Erkenntnis|1*] von gut und böse [*Böse*]« stehen. Von letzterem zu essen wurde A. verboten. Als Gehilfen für ihn schafft Gott Tier um Tier; da A. aber keines davon als ihm gleich anerkennt, entnimmt ihm Gott eine Rippe [*Rippen|1*] und bildet daraus das Weib (→ Eva). Dieses läßt sich von der Schlange [*Schlangen*] zum Genuß der verbotenen Frucht [*Frucht|1*] verführen; auch A. ißt davon. Zur Strafe werden beide aus dem Garten vertrieben, den nun der Cherub mit dem Flammenschwert [*Schwert|1*] bewacht. Der verarbeitete Stoff ist assyr. [*Assyrien*] Herkunft, aber stark im Geist [*Geist|1*] der monotheistischen [*Monotheismus*] israel. [*Israel*] Religion umgestaltet. — Nach der jüngeren Erzählung der Priesterschrift [*Priesterkodex*] von der Schöpfung (Kap. 1) wird der Mensch sofort als Mann und Weib geschaffen und ihm die Herrschaft über sie gesamte Schöpfung gegeben. Diese Fassung des Schöpfungsberichts steht dem babylon. [*Babylonien*] Weltschöpfungsepos nahe, zeigt aber gleichfalls die große Kraft der Jahwereligion, fremde Stoffe mit ihrem monotheistischen [*Monotheismus*] Geist [*Geist|1*] zu erfüllen,und etwas ganz Neues daraus zu machen. — Die orient. [*Orient*] Spekulation [*Spekulation|1*] hat sich auch später noch mit A. und Eva beschäftigt. Nach einer jüd. [*Judentum*] Sage liegt A. in Hebron begraben [*Grab*], nach der christlichen [*Christentum*] auf Golgatha. Nach dem Koran bereitete Gott den Körper [*Körper|1*] seines Statthalters auf Erden aus trocknem Ton [*Ton•B*] und den Geist [*Geist|2*] aus reinem Feuer. Dem Sündenfall des Menschen geht der Fall des Verführers selbst, des Iblis, voraus. Des reuigen [*Reue|1*] A. erbarmt sich Gott und läßt ihn durch den Erzengel Gabriel [*Gabriel•A*] die göttlichen Gebote lehren. Begraben [*Grab*] wird A. auf dem Berge [*Berg•A*] Abukais [*Abu_Kubais*] bei Mekka. Auch Evas Grab [*Grab*] wird an verschiedenen Orten gezeigt. — Im theol. [*Theologie*] System [*System|1*] des Paulus [*Paulus•A*] (Röm. 5, 14; 1. Kor. 15, 45) tritt der erste Mensch, als Urheber der Sünde und des Todes, in Gegensatz zu Christus, dem zweiten A., dem Urheber des Lebens; daher »den alten A. ausziehen«, d. h. die vorchristl. [*Christentum*] Daseinsweise [*Dasein*] aufgeben. In den Religionen der Mandäer und Manichäer und manchen Systemen [*System|1*] christl. [*Christentum*] Gnostiker [*Gnostizismus*] spielt der »Urmensch« eine besondere Rolle.

Die ältere christl. [*Christentum*] Literatur kennt auch sog. Adambücher mit legendarischen [*Legende|1*] Leben A.s und EvasLeben A.s und Evas«, »Schatzhöhle«, »Testament A.s«, »Apokalypse des Mose«), erhalten in äthiop. [*Äthiopische Sprache*], arab. [*Arabische Sprache*], syr. [*Syrische Sprache*], griech. [*Griechische Sprache*], lat., slaw. [*Slawische Sprachen*], armen. Sprache [*Armenische Sprache*].

In der Literatur des Mittelalters ist die Geschichte A.s und Evas oder des Sündenfalls schon frühzeitig, namentlich in Frankreich, als Stoff zu → Mysterien und andern Dichtung benutzt worden, eine Sitte, die von Hans Sachs [*Sachs•B|2*] wiederholt aufgenommen wurde. — In der bildenden Kunst [*Bildende Künste*] sind A. und Eva in den verschiedenen Szenen (Erschaffung Sündenfall, Vertreibung, späteres Leben) oft dargestellt und vielfach in typologischer [*Typologie*] Weise Darstellungen aus dem Neuen Testament gegenübergestellt worden. Ihre Wiedergabe, besonders beim Sündenfall, kann als Maßstab für die Bewertung des Nackten in der christl. Kunst des Mittelalters angesehen werden. Die got. [*Gotik*] Kathedral [*Kathedrale*]plastik [*Plastik|1*] stellte oft beide Figuren an die Portale [*Portal|1*]. Berühmt gewordene Darstellungen schufen die großen Meister [*Meister|3*] der Renaissance (van Eyck [*Eyck|2*], Masaccio, Ghiberti, Michelangelo, Raffael, Dürer [*Dürer|1*], Cranach [*Cranach|2*]).

References δ
Relatives
Wikipedia E de: Adam und Eva | en: Adam and Eve | fr: Adam
Links F bibelwissenschaft.de Stichwort Adam und Eva

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