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Brockhaus
Name a Córdoba 2) Stadt Spanien
ID b brhe•e15•r01•v04•b•C•Córdoba|2
Category c subentry
Attributes
PageID w pag226
EntryType y Provinzhauptstadt
EntryParent z brhe•e15•r01•v17•b•S•Spanien
Text α

Der Große Brockhaus (15. Aufl.), Originalausgabe, Vierter Band Chi—Dob (1929), S. 226.

Córdoba, 2) Hauptstadt der span. Prov. C. in Niederandalusien, 104 m. ü. M. [*Meeresniveau*], am Guadalquivir zu Füßen der Sierra de C. (Karte 67, C 4), wichtiger Bahnknoten, hat (1926) 80 022 E.

[*illustration>Córdoba (Spanien): Stadtplan.*]

Die alte berühmte Kalifenstadt zeigt noch völlig maur. [*Mauren*] Anlage mit einem Gewirr enger, krummer Gassen und Sackgassen; erst in neuerer Zeit hat man an der Peripherie (Paseo del Gran Capitán) mit modernen breiten Straßendurchbrüchen begonnen, die das Stadtbild zu zerstören drohen. Die Häuser zeigen meist die von den Südspaniern übernommene maur. Bauweise, nach außen unscheinbar, aber oft mit prächtigen Innenhöfen. Teile des alten Mauerrings, den C. noch kaum überschritten hat, schöne Tore und Türme, eine sechzehnbogige Guadalquivirbrücke, feste Schlösser und vor allem die riesige Kathedrale »La Mezquita«, die ehemalige Hauptmoschee des westl. Kalifats, 785990 im maur. Stil erbaut, durch den späteren Einbau der Kathedrale (Platereskenstil) in ihrer Einheitlichkeit gestört, sind die Hauptzeugen aus C.s einstiger Blütezeit. C. ist Bischof- und Gouverneursitz mit Garnison, Provinzialgericht, höheren und techn. sowie Kunstschulen, Priesterseminar, großen Bibliotheken und Provinzialmuseum. C. ist Zentrum einer lebhaften Landwirtschaft (Wein- und Ölbau) und Pferdezucht. Neuerdings bringen Bahnlinien, Kupferbergbau, Metallindustrie und Kunstgewerbe in die einst gewerbe- (Leder) und handelsberühmte, lange verödete Stadt.

Im Altertum war C. als Cọrduba infolge seiner Lage in einem reichen Bergwerks- und Agrargebiet eine bedeutende Stadt von Hispania citerior, Hauptstadt der röm. Prov. Baetica. Es spielte in den Kämpfen zwischen Caesar und Pompejus, die zur Schlacht von Munda führten, eine Rolle, wurde auch wohl erst damals (46/45) röm. Kolonie [*Colonia*]. C. war die Heimat der beiden Seneca und des Dichters Lucanus. 571 wurde es von den Goten erobert, war seitdem Bischofsitz, verlor aber viel von seiner sonstigen Bedeutung. Eine neue Glanzzeit begann 711 mit der maur. Herrschaft, bes. seit ’Abd ur Rahmān I., der 756 das Kalifat von C. gründete [*Gründung|2*] und die Stadt zur Residenz erhob. Seine höchste Blüte erreichte es ’Abd ur Rahmān III. (912961); seine Kunstindustrie (bes. Silber- und Lederwaren [*Lederfabrikation*]), ursprünglich aus Damaskus hierher verpflanzt, hatte gleich seinen Gelehrtenanstalten [*Akademien der Wissenschaften*] europ. Ruf. 1236 kam C. an Kastilien und verfiel seitdem; 1808 wurde es von den Franzosen [*Frankeich*] erobert.

References δ
≡references
Relatives
MapEntries A Córdoba
Maps B Der Große Brockhaus, 15. Aufl., Bd. 12 (1932), Karte 93. Nordwestafrika., Córdoba
Encyclopediae D Meyers Konversations-Lexikon (1888)
Wikipedia E de: Córdoba (Spanien) | en: Córdoba, Spain | fr: Cordoue

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