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Brockhaus
Name a Fulbe
ID b brhe•e15•r01•v06•b•F•Fulbe
Category c entry
Attributes
PageID w pag672
EntryType y Stamm
EntryParent z brhe•e15•r01•v18•b•S•Sudan•B
Text α

Der Große Brockhaus (15. Aufl.), Originalausgabe, Sechster Band F—Gar (1930), S. 672.

Fụlbe, Ful, Fụla, Fụllah, Fellạta, Fellạni, Fellạtin, Pụla, hamitischer, für die Geschichte des Sudan sehr wichtiger Volksstamm [*Stamm*] im mittleren und westl. Sudan. Unbekannt ist ihre Abstammung. Sie waren ursprünglich wohl im heutigen Fessan seßhaft und wanderten dann nach dem mittleren Niger (Burum) aus; von hier wendete sich (wohl schon im 14. Jahrh.) ein Teil nach S (Haussastaaten), ein anderer nach W (Ghassata, Kaarta). Unter Otman dan Fodio gründeten [*Gründung|2*] die Südfulbe 1802 Gando und 1817 Sokoto und Massina und versuchten, wenn auch vergeblich, 1808 Bornu zu erobern. 1826 und 1831 bemächtigten sie sich Timbuktus, wurden aber 1844 wieder von den Tuareg vertrieben. Die F. bewohnen die früher von ihnen beherrschten Haussastaaten und Adamaua sowie Bornu, Bagirmi und Wadai. Sie besitzen eine braune bis in das Rötliche gehende oder eine bronzene Hautfarbe. Ihre Gesichtszüge zeigen den Berbertypus [*Berber*]; die Nase ist gerade, die Lippen sind fein, die Haare [*Haare•2)*] wenig gekräuselt; die Gestalt schlank, der Gliederbau [*Glied•2)*], bes. bei den Frauen, anmutig [*Anmut*] und zierlich (Tafel Afrikanische Völker II, Abb. 2). Wirtschaftsform [*Wirtschaft*]: Ursprünglich nur Viehzucht, heute auch Feldbau, Handel und Gewerbe (Weben, Schmieden, Goldarbeiten).

Ihre Sprache, das Ful (Fulfulde), gehört zu den Klassensprachen. Sie besitzt einen noch größeren Reichtum an Klassen [*Klasse•3)*] als das Bantu; die Klassenzeichen werden aber angehängt. Gewisse Reste dieser Klassenzeichen lassen jedoch erkennen, daß sie früher vor dem Substantiv standen. Durch diese alten Vorsilben wird heute noch der Anlaut vieler Nomina in der Mehrzahl in merkwürdiger Weise verändert, z. B. gorko ‘Mann’, Mz. worbe; gorel ‘kleiner Mann’, Mz. ngoron, usw. Die Adjektiva richten sich nach dem Klassenzeichen des zugehörigen Substantivs im Präfix und Suffix. Vor dem Genitiv und vor dem Verbum wird ähnlich wie im Bantu [*Bantusprachen*] ein auf das regierende Substantiv bezügliches Pronomen wiederholt. Unter den Lauten kommen Kehlverschlußlaute [*Laut*] vor, ähnlich denen des Haussa.

References δ
≡references
Relatives
MapEntries A Fulbe
Maps B Der Große Brockhaus, 15. Aufl., Bd. 12 (1932), Karte 93. Nordwestafrika., Fulbe
Encyclopediae D Meyers Konversations-Lexikon (1888)
Wikipedia E de: Fulbe | en: Fula people | fr: Peuls

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