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Brockhaus
Name a Madeira, 1) Insel
ID b brhe•e15•r01•v11•b•M•Madeira|1
Category c subentry
Attributes
PageID w pag741
EntryType y Insel
EntryParent z brhe•e15•r01•v14•b•P•Portugal
Text α

Der Große Brockhaus (15. Aufl.), Originalausgabe, Elfter Band L—Mah (1932), S. 741.

Madeira, 1) Insel im Atlant. Ozean, 515 km nordwestl. vom Kap Juby Afrikas (Karte 93, A 2), bildet mit der Insel Porto Santo (im NO) und den Selvagens-Klippen (zwischen M. und den Kanarischen Inseln) den portug. Distr. Funchal mit 815 qkm und (1920) 179 002 E. (220 auf 1 qkm).

[*Textkarte>Madeira.*]

Die Insel M. erstreckt sich 67 km lang und bis 27,8 km breit von O nach W. Sie ist von einem jungvulkan. Gebirge erfüllt, das im Pico Ruivo 1846 m erreicht und zwei große Hochflächen [*Hochebene*], Paúl da Serra im W und Serra de Sant’ Antonio im O, bildet. Tiefe Schluchten zerfurchen das Bergland, das mit steiler Klippenküste zum Meer abfällt. In der Mitte der Insel liegt, von den höchsten Gipfeln umgeben, das riesige Kesseltal Curral das Freiras, wohl ein alter Krater. Das Klima M.s ist außerordentlich mild und gleichmäßig: die mittlere Jahrestemperatur [*Jahresmittel*] beträgt 18,8° C [*Celsius*], im Jan. 15,9°, im Juli 22,7°. Die Niederschläge erreichen etwa 750 mm im Jahr, bei durchschnittlich 80 Regentagen (bes. im Winter). Zuweilen, bes. im Sommer, tritt ein heißer, trockener Wüstenwind »Leste« (Ostwind) auf. M. hat eine überaus reiche Pflanzenwelt [*Pflanzengeographie*], meist aus südeurop. [*Europa•Pflanzen-_und_Tierwelt*]-afrik. [*Afrika•Pflanzen-_und_Tierwelt*] und einheimischen [*endemisch*] immergrünen Arten [*Art•2*]. Von den einst dichten Lorbeerwäldern sind nur noch im N und in Bergschluchten Reste erhalten, die Höhen sind von Baumheide (Erica arborea), das Küstenland von üppigen Blütengärten und trop. [*Pflanzengeographie•Tropen*] Kulturen [*Kulturpflanzen*] bedeckt. Die Bevölkerung ist portug. Ursprungs [*Portugiesen*], aber sehr mit fremden [*Fremde*] Elementen vermischt, bes. mit Mauren [*Mauren•1*], Negern, Italienern. Sie nimmt trotz starker Übervölkerung [*Bevölkerung•3*] und dadurch erzwungener Auswanderung stetig zu. Dicht besiedelt ist das ganze Küstengebiet; das Innere ist fast menschenleer. Landessprache [*Sprachenrecht*] ist das Portugiesische [*Portugiesische Sprache*]. Haupterwerbszweig [*Erwerben*] ist der Ackerbau, der in kunstvollen Terrassenbauten [*Terrasse*] tief ins Bergland eindringt. Gebaut werden besonders Zuckerrohr (bis 300 m), Weizen, Bananen, Ananas und Frühgemüse. Das wichtigste Erzeugnis sind die bis 800 m Höhe gebauten → Madeiraweine (1). An Industrie besteht neben Wein- [*Wein#Weinbereitung*] und Likörbereitung bedeutende Stickerei, bes. in Hausarbeit von Frauen und Mädchen ausgeführt. M. hat etwa 1000 km Straßen und eine Bergbahn, vom Hafen Funchal, der Hauptstadt, nach der Wallfahrtskirche [*Wallfahrten*] Nossa Senhora de Monte (600 m) und Terreiro da Lucta (850 m). An Stelle der einheimischen Verkehrsmittel, des eigentüml. Ochsenschlittens, des Reitpferdes und der Hängematte tritt immer mehr das Auto [*Automobil*]. Dank seinem ausgezeichnet Klima ist M. seit 1850 ein sehr besuchter Winterkurort und Lungenkurort [*Klimatische Kurorte*] mit großen Hotels und Sanatorien geworden, bes. um Funchal.

Regelmäßiger Dampferverkehr [*Dampfschiffahrtslinien*] besteht von Funchal (wichtige Kohlenstation) nach Lissabon, deutschen [*Deutsches Reich*], englischen [*Britisches Weltreich*] und französischen [*Frankreich*] Häfen und nach Südamerika.

M. war schon im Mittelalter bekannt (auf Mediceerkarte von 1351 als »Isola di Legname« verzeichnet), wurde aber erst 1419 von den Portugiesen João Conçalves Zarco und Tristão Vaz Teireixa besiedelt und 1420 portug. Besitz [*Portugal•Kolonien*]. 15801640 stand es wie Portugal unter span. Herrschaft [*Portugal•Geschichte*], 1801 und 18071814 war es von England besetzt. 1931 fand hier ein Aufstand gegen die Lissaboner Diktaturregierung des Generals Carmona statt.

References δ
≡references
Relatives
MapEntries A Madeira
Maps B Der Große Brockhaus, 15. Aufl., Bd. 12 (1932), Karte 93. Nordwestafrika., Madeira
Encyclopediae D Meyers Konversations-Lexikon (1888)
Wikipedia E de: Madeira | en: Madeira | fr: Madère | pt: Região Autónoma da Madeira | History
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