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Brockhaus
Name a Niger
ID b brhe•e15•r01•v13•b•N•Niger
Category c entry
Attributes
PageID w pag414
EntryType y Fluß
EntryParent z brhe•e15•r01•v02•b•A•Atlantischer_Ozean
Text α

Der Große Brockhaus (15. Aufl.), Originalausgabe, Dreizehnter Band Mue—Ost (1932), S. 414.

Nịger, Nịgir [berberisch [*Berbersprachen*] n’eghirren ‘Fluß’, nicht lat. [*Lateinische Sprache*] niger ‘schwarz’], größter Fluß Westafrikas (Karte 93, B 7—F 8), nach Länge (4160 km) und Stromgebiet (2,09 Mill. qkm) der drittgrößte [*Afrika•Gewässer*] Strom Afrikas, entspringt als Dscholiba (Joliba) am höchsten Teil der Oberguinea-Schwelle an der Grenze von Sierra Leone und Franz.-Guinea 745 m ü. M. [*Meeresniveau*], fließt zunächst nach N, dann etwa 1400 km weit nach NO. In diesen niederschlagsreichen Gebieten sind der N. und seine Nebenflüsse (von r. ¤note▹Mafu¤note◃, Milo, Sankarani, von l. Tinkisso) ziemlich wasserreich. Bei Kurussa (365 m ü. M. [*Meeresniveau*]) wird er für Boote, unterhalb der Schnellen [*Stromschnelle*] von Kulikoro für größere Dampfer [*Dampfschiff*] schiffbar. Hier endet sein Oberlauf, und er betritt das Trockengebiet der sudanischen Steppe. Der Klimawechsel [*Klima*] drückt sich im Flußcharakter [*Fluß*] aus: im ganzen Mittellauf, der etwa bis Gombo reicht, fließt dem N. von r. als einziger bedeutender Nebenfluß nur der Bani, von l. kommen ihm überhaupt nur Wadis zu, darunter eins von 1400 km Länge. Im ersten Teil des Mittellaufs verästelt der N. sich stark und bildet mit dem Bani in einer ausgeprägten Schwemmlandschaft [*Schwemmland*] ein Binnendelta [*Delta•2)*], in das der Debosee eingeschaltet ist. Auch steht er mit dem Fabinginsee in Verbindung. Infolge der Überschwemmumgen durch die regenzeitlichen [*Regenzeit*] Hochwasser erinnert dieses Gebiet am Südrand der Sahara in Landschaft und Bodennutzung [*Bodenbenutzung*] sehr an Ägypten. Der Unterlauf des an Wassermenge stetig abnehmenden Flusses wendet sich in großem Bogen unterhalb von Timbuktu nach O, dann nach SO, durchströmt hart am Rande die Vollwüste [*Wüste*] ein Dünengebiet [*Dünen*], bildet unterhalb von Gao noch einmal eine kleinere Anschwemmungsebene [*Auflandung*] und schneidet sich dann, viele Schnellen [*Stromschnellen◃*] bildend, in die Oberguinea-Schwelle ein. Von Port Ilorin bis zu Mündung ist er wieder für Dampfer [*Dampfschiff*] schiffbar. Hier kommen ihm von r. keine wichtigen Nebenflüsse [*Fluß*] zu, von l. zeitweise der Gulbi-n’Kebbi (Rima), ferner der Kaduna und vor allem sein größter Nebenfluß, der Benuë, der ihn an Wasserführung zuweilen übertrifft. Bald unterhalb dessen Mündung wird der N. Alluvialfluß [*Anlandung*], hier auch Ouorra (Kowarra, Kuara) genannt und bildet unterhalb von Abo ein etwa 24 000 qkm großes, teils versumpftes und mit Mangrove bestandenes, teils von dichten Urwäldern bedecktes Delta [*Delta•2)*], das immer noch ins Meer hinauswächst und den [[plink[[brhe•e15•r01•v12•Karte_093@Golf von Guinea||Meerbusen von Guinea]]plink]] in die [[plink[[brhe•e15•r01•v12•Karte_093@Bai_von_Benin||Benin-]]plink]] und die [[plink[[brhe•e15•r01•v12•Karte_093@Biafra-Bai||Biafrabucht]]plink]] teilt. Die wichtigsten der 22 stark untereinander verzweigten Mündungsarme [*Mündung*] sind [[plink[[brhe•e15•r01•v12•Karte_093@Benin||Benin]]plink]], [[wlink[[de@Forcados_(Fluss)||Forcados]]wlink]], [[wlink[[de@Nun_(Fluss)||Nun]]wlink]], [[wlink[[en@Brass_River||Braß]]wlink]] und [[wlink[[en@Bonny_River||Bonny]]wlink]] (⇨ Ölflüsse).
Die [[wlink[[de@Abfluss||Wasserführung]]wlink]] des [[plink[[brhe•e15•r01•v12•Karte_093@Niger||N.]]plink]] beträgt an der Mündung während der Regenzeit etwa 30 000 cbm/sek, ist jedoch unregelmäßig. Der Oberlauf hat ein Hochwasser im Sommer, das sich auf dem Wege durch das Trockengebiet sehr verzögert und abschwächt, aber auch noch im Unterlauf bis fast zur Mündung bemerkbar ist. Hier trifft es gerade in der Trockenzeit (Frühjahr) ein. Da der Unterlauf außerdem noch seine eigene regenzeitliche [*Regenzeit*] Hochwasserperiode [*Hochwasser*] hat (Spätsommer [*Sommer*] und Herbst), bes. vom [[plink[[brhe•e15•r01•v12•Karte_093@Benuë||Benuë]]plink]] her, finden sich hier zwei Hochwasserzeiten [*Hochwasser*].
Obwohl der [[plink[[brhe•e15•r01•v12•Karte_093@Niger||N.]]plink]] durch sein weites Ausgreifen nach N eine Wasserverbindung der südl. Randländer der [[plink[[brhe•e15•r01•v12•Karte_093@Sahara||Sahara]]plink]] mit dem [[plink[[brhe•e15•r01•v12•Karte_093@Golf von Guinea||Golf von Guinea]]plink]] herstellt, ist seine Verkehrsbedeutung [*Verkehr*] wegen der Schnellen [*Stromschnellen*] und wegen polit. [*Politik*] Hindernisse noch gering, da Frankreich kein Interesse daran hat, den Verkehr seines [[plink[[brhe•e15•r01•v12•Karte_093@Franz.-Sudan||Sudangebietes]]plink]] auf dem [[plink[[brhe•e15•r01•v12•Karte_093@Niger||N.]]plink]] durch [[plink[[brhe•e15•r01•v12•Karte_093@Nigeria||Brit.-Nigeria]]plink]] zu leiten.
[[wlink[[en@Niger_River#European_exploration||Entdeckungsgeschichte]]wlink]]. Vom Oberlauf des [[plink[[brhe•e15•r01•v12•Karte_093@Niger||N.]]plink]] hatte man schon im Altertum und Mittelalter Kunde, man hielt den Dscholiba jedoch für einen Quellfluß [*Fluß*] des Nil oder [[plink[[brhe•e15•r01•v12•Karte_093@Sénégal_(Fluß)||Senegal]]plink]] oder glaubte, er münde in einen großen See im Innern Afrikas. Das Delta [*Delta•2)*] war den [[wlink[[de@Portugiesische_Kolonialgeschichte#Afrika||Portugiesen]]wlink]] im [[wlink[[de@16. Jahrhundert||16. Jahrh.]]wlink]] bekannt, ohne daß sie seinen Zusammenhang mit dem Dscholiba erkannten. Die Lösung der Nigerfrage nimmt einen wichtigen Platz in der [[wlink[[de@Entdeckungsgeschichte_Afrikas||Erforschungsgeschichte]]wlink]] Afrikas ein (⇨ Afrika, 10). Als erster [[wlink[[de@Europäer||Europäer]]wlink]] sah Mungo Park [[wlink[[de@1796||1796]]wlink]] den Dscholiba, Clapperton und [[wlink[[de@Richard_Lander||Landor]]wlink]] stellten [[wlink[[de@1825||1825]]wlink]]—[[wlink[[de@1830||1830]]wlink]] seinen Zusammenhang mit dem Delta [*Delta•2)*] fest, seine Quellen wurden erst [[wlink[[de@1879||1879]]wlink]] von [[wlink[[fr@Marius_Moustier||Moustier]]wlink]] und [[wlink[[de@Josua_Zweifel||Zweifel]]wlink]] entdeckt.
References δ
≡references
Relatives
MapEntries A Niger
Maps B Der Große Brockhaus, 15. Aufl., Bd. 12 (1932), Karte 93. Nordwestafrika., Niger
Encyclopediae D Meyers Konversations-Lexikon (1888)
Wikipedia E de: Niger (Fluss) | en: Niger River | fr: Niger (fleuve) | ar: نهر النيجر

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