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Brockhaus
Name a Teneriffa
ID b brhe•e15•r01•v18•b•T•Teneriffa
Category c entry
Attributes
PageID w pag549
EntryType y Insel
EntryParent z brhe•e15•r01•v09•b•K•Kanarische_Inseln
Text α

Der Große Brockhaus (15. Aufl.), Originalausgabe, Achtzehnter Band Spy—Tot (1934), S. 549.

Tenerịffa, span. [*Spanische Sprache*] Tenerịfe, die größte und volkreichste der span. → Kanarischen Inseln (Karte 93, A 3; Lageplan Kanarische Inseln), 2352 qkm groß mit (1933) 225 000 E., eine Vulkaninsel [*Vulkan*] mit meist steilen und felsigen Küsten. Die ältesten vulkan. [*Vulkan*] Bildungen setzen das Tenogebirge im W und das Anagagebirge (1037 m) im O zusammen. Dieses wird durch die Lücke von La Laguna (500—550 m) von dem Gebirgskamm La Cumbre getrennt, der bis zum Pedro Gil (1839 m) zieht, wo er über die Llanos (Izaña 2380) an den höchsten Gipfel, den Pik von T. oder Pico de Teyde (Teide), anschließt. Dieser gehört zu den landschaftlich großartigsten Vulkanen der Erde, da er 300 km weit sichtbar und 3716 m hoch ist.

[*illustration>Teneriffa.*]

Das hufeisenförmige Calderagebirge [*Calder-A*] (Guajara 2715 m), ein alter Kraterrand, und die Llanos umschließen den alten Kraterboden Las Cañadas, aus dem das eigentliche Pikgebirge in zwei Gipfeln ansteigt. Der Hauptgipfel ist von Nov. bis April mit Schnee [*Schneegrenze*] bedeckt. Der Krater hat nur 70 bis 100 m Durchmesser und ist 40 m tief.

[*illustration>Teneriffa: Ostseite des Pik von Teneriffa.*]

Er ist nicht mehr tätig, doch sind größere Ausbrüche von Nebenkratern 17041706, 1798 und 1909 erfolgt. Im übrigen zeigt der Pik nur noch Solfatarentätigkeit [*Solfatara*].

Klimatisch [*Klima*] besteht ein großer Unterschied zwischen der Nord- und der Südseite der Insel. Etwa von März bis Nov. lagert auf der Nordseite stundenlang eine dichte Passatwolkendecke [*Passat*] in Höhen von 700 bis 1600 m. Auf der Südseite beginnt die Wolkendecke erst in größerer Höhe. Unter den Wolken ist im N das Klima feuchtwarm, im S trockenwarm mit etwas größeren Temperaturschwankungen. Über den Wolken herrscht trockenkaltes Höhenklima [*Klima*]. Die Regenzeit ist im Winter; Schnee fällt bis 1200 m herab. Dauernde Wasserläufe besitzt nur der N des Anagagebirges; jedoch ist ein großer Teil der Insel mit Quellen und Grundwasser gut versehen.

Die Planzenwelt [*Flora-A*] ist vor allem auf der Nordseite üppig. Das Gebiet unter den Wolken ist Sukkulentensteppe [*Sukkulenten*] mit Euphorbien [*Wolfsmilch*], Tamarisken, Dattel- und Kokospalmen und Drachenbäumen [*Dracaena*]. In 500—1000 m Höhe beginnt ein fast die ganze Insel umziehender Gürtel von Wald und Busch, meist aus Kanarenkiefer, Baumheide [*Erica*] und Lorbeerbäumen [*Lorbeer*] bestehend. Der Gipfel des Pik ist kahl. T. weist fast 300 einheimische Pflanzenarten [*Art•2)*] auf. Die höhere Tierwelt [*Tierreich*] ist, soweit nicht aus Europa, Afrika und Amerika eingeführt [*Tiergeographie*], ziemlich ärmlich, ausgenommen die Vogelwelt [*Vögel*] (wilde Kanarienvögel und Teydefink).

Über die Bevölkerung → Kanarische Inseln.

Erwerbszweige [*Erwerben*]. In den verschiedenen Höhenzonen gedeihen alle Nutzpflanzen der gemäßigten [*gemäßigte Zonen*] und subtrop. [*Subtropen*] und viele der trop. Zone [*Tropen•1)*]. Meist ist künstl. Bewässerung notwendig; im S kann Ackerbau nur oasenhaft [*Oase*] betrieben werden. Die wichtigsten Kulturpflanzen waren früher Zuckerrohr, Weinrebe [*Weinstock*] und Koschenillekaktus [*Koschenille*], neuerdings werden vor allem Bananen, Tomaten, Zwiebeln, Kartoffeln, Südfrüchte, Obst und Gemüse, auch Mais und Tabak angebaut. Die Industrie beschränkt sich auf Herstellung von Zigarren und (als Heimarbeit) Solspitzen [*Spitzen*] (Teneriffaarbeit, Calados).

Außenhandel, Verkehr. Eine bedeutende Einnahmequelle der Bevölkerung ist der Handel (Ausfuhr heimischer Erzeugnisse, Belieferung der im Welthafen [*Hafen*] Santa Cruz anlegenden Schiffe mit Lebensmitteln, Wasser [*Wasserversorgung*], Kohlen [*Kohlenstation*] und Handarbeiten) sowie der Fremdenverkehr. Wegen des milden Klimas wird T. sehr viel von Kranken und Genesenden als Jahres- oder Winteraufenthalt ausgesucht, auch herrscht lebhafter Touristenverkehr [*Tourist*]. T. ist mit Ausnahme des SW durch Straßen erschlossen; eine elektrische Bahn verbindet die Hauptstadt Santa Cruz mit den wichtigsten Orten Laguna und Tacoronte. Regelmäßiger Dampferverkehr [*Dampfschiffahrtslinien*] besteht mit Europa, Afrika, und Südamerika.

References δ
≡references
Relatives
MapEntries A Teneriffa
Maps B Der Große Brockhaus, 15. Aufl., Bd. 12 (1932), Karte 93. Nordwestafrika., Teneriffa
Encyclopediae D Meyers Konversations-Lexikon (1888)
Wikipedia E de: Teneriffa | en: Tenerife | fr: Tenerife | es: Tenerife

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