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Brockhaus
Name a Tschadsee
ID b brhe•e15•r01•v19•b•T•Tschadsee
Category c entry
Attributes
PageID w pag124
EntryType y See
Text α

Der Große Brockhaus (15. Aufl.), Originalausgabe, Neunzehnter Band Tou—Wam (1934), S. 124.

Tschadsee, Tsadsee, engl. [*Englische Sprache*] Lake Chad oder Tsad, frz. Lac Tchad, Süßwassersee [*Süßwasser*] im westl. Sudan (Karte 92, A 5). Die Angaben über die Meereshöhe [*Meeresniveau*] schwanken zwischen 245 und 295 m. Der T. ist ein flacher Schwemmlandsee [*Schwemmland*], seine durchschnittliche Tiefe beträgt etwa 1½ m, die größte 7 m; damit ist er der seichteste große See [*See•1)*] der Erde. Er empfängt nur zwei das ganze Jahr hindurch Wasser führende Zuflüsse, den Schari (von SO) und den Komadugu (von W), sonst nur Wādis. Einen sichtbaren Abfluß besitzt er nicht, doch scheint das Trockenbett des Bahr Ghasal oder Wādi Soro (nach NO) eine Art unterirdischen Abflusses darzustellen.

[*illustration>Tschadsee: Randlandschaft mit Parksteppe und Sumpf.*]
Die Ufer des T. sind fast durchweg sumpfig [*Sumpf*]; in dem üppigen Schilf- [*Schilfrohr*] und Papyrusdickicht [*Papyrus*] ist meist kaum zu erkennen, wo das Land [*Land•1)*] aufhört und der See [*See•1)*] beginnt. Der T. ist sehr inselreich [*Inseln*]. Wasserstand, Gestalt [*Gestalt•1)*] und Größe des Sees [*See•1)*] schwanken sehr stark und spiegeln die Veränderungen der Wasserführung des Schari wieder. Von den ersten Erforschern [*Afrika|10)_Entdeckungsgeschichte*] wurde sein Fläche mit etwa 27 000 qkm angegeben, mit Schwankungen zwischen 50 000 qkm in der Regen- [*Regenzeit*] und 11 000 qkm in der Trockenzeit. Neben diesen jährlichen Schwankungen wurden langdauernde beobachtet.

Die Anwohner des T. sind ein Gemisch von Sudan- [*Sudanneger*] und Araberstämmen [*Araber*], die Inseln sind Rückzugsgebiete für verschiedene kleine Völkerschaften. Die Eingeborenen treiben lebhaften Fischfang [*Fischerei*] und befahren den See in floßartigen [*Floß*] booten [*Papyrus*]. Der See gehört größtenteils zu Franz.-Äquatorialafrika, im W zu Nigeria, im S zur ehemal. deutschen Kolonie [*Deutsches Reich•Kolonien*] Kamerun.

Der T. wurde 1823 von Denham [*Denham•1)*] und Clapperton entdeckt. Overweg befuhr ihn 1851 als erster Weißer [*Europäide*]. Erforscht [*Afrika|10)_Entdeckungsgeschichte*] wurde er vor allem von Barth [*Barth•3)*], Nachtigal und Tilho.

References δ
≡references
Relatives
MapEntries A Tschad-See
Maps B Der Große Brockhaus, 15. Aufl., Bd. 12 (1932), Karte 93. Nordwestafrika., Tschad-See
Encyclopediae D Meyers Konversations-Lexikon (1888) | Deutsches Kolonial-Lexikon (1920)
Wikipedia E de: Tschadsee | en: Lake Chad | fr: Lac Tchad | ar: بحيرة تشاد

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